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Besuchte Vorstellung: "Roberto Devereux" von Donizetti am 14.10.2007, Bayerische Staatsoper München, Inszenierung: Christof Loy, Musikalische Leitung: Friedrich Haider

Elisabetta: Edita Gruberova, Roberto Devereux: Roberto Saccá u. a.

"Wann ist Edita Gruberova je so gut gewesen? Wann je waren die Zaubereien ihres Wunder-Soprans und ihrer einzigartigen Gesangskunst ... je so erschütternd?" (tz, 22.01.04).

Unsere dritte Reise führte nochmals an die Bayerische Staatsoper nach München. Wieder spielte Edita Gruberova die Hauptrolle: Als Elisabetta in "Roberto Devereux" steht sie im Mittelpunkt in einer von Publikum und Presse hochgelobten Inszenierung von Christof Loy.

"London 1601: Liebe, Lust und Todesurteil am englischen Königshof - das ist der Mix für große, italienische Oper. Roberto Devereux – eine Oper für eine Königin, ein Werk für Edita Gruberova! Die Prima Donna assoluta des Belcanto triumphiert in diesem Drama. Entweder ein Opernhaus kann "die Gruberova" engagieren - oder es spielt dieses Werk nicht." (Text: Bayerische Staatsoper)

 

Süddeutsche Zeitung (Juli 2007):

"Die Gruberova (...) singt und verkörpert Leiden und Wut dieser Königin mit jedem Millimeter ihrer zu artistischen Höchstleistungen fähigen Stimmbänder und mit jeder Faser ihres Körpers. Man muss das gesehen und gehört haben: diese Unwilligkeit, diesen Stolz, dieses Bangen um einen Geliebten schon in den ersten Minuten, gespiegelt in jedem Ton. Wo sonst Belcanto-Heldinnen erst am Ende wahnsinnig werden, ist das die Elisabeth der Gruberova schon zu Beginn. Zerfressen von Angst, unfähig Amt und Privates zu trennen, wohl wissend, dass ihr alles aus den Händen gleitet."

 

Münchner Merkur (21.01.04):

"Aber Regisseur Christof Loy und Ausstatter Herbert Murauer verzichten auf all den monarchischen Tand. Sie versetzen die Vier-Personen-Tragödie in ein Ambiente, das mit Ledersesseln, Wasserspendern und Zeitungsständern, mit eilfertigen Bürokräften und livrierten Bediensteten an ganz anderes erinnert: an die Lobby eines modernen Parlaments. Eine Welt, in der mit Koffern bewaffnete Business-Wesen Intrigen spinnen. Eine Welt, deren verrauchter Schick Endzeitstimmung verbreitet, in der sich die resolute Chefin nur im Panzer des streng geschnittenen Kostüms behaupten kann, in der auch bald klar wird: Einer wie Roberto, der breitbeinig den Testosteron-Protz gibt, hat hier nichts zu suchen - was die Schlagzeile der später verteilten "Sun" nur unterstützt: "Off with his head".

Und in dieser morbiden Schmucklosigkeit, in der es weniger um eine konkrete Ortsbestimmung als um Atmosphäre geht, entfaltet Christof Loy mit gestischer Präzision und dramatischer Schlüssigkeit ein überwältigendes Kammerspiel. Einen Thriller, der sich nie über die "Handschrift" des Regisseurs definiert, sondern der allein durch das spannende Beziehungsgeflecht der vier Hauptpersonen getragen wird. Keine Sekunde wirken die nur "geführt", sondern agieren natürlich, in völliger Einheit von Person und Partie. Sogar der famose Chor tritt als Summe vieler individueller Einzelschicksale auf - was jedem Tuttisänger eigentlich einen Solovertrag sichern sollte."