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Besuchte Vorstellung: "Manon" von Massenet am 12. Mai 2007, Staatsoper Unter den Linden Berlin, Inszenierung: Vincent Paterson, Musikalische Leitung: Patrick Fournillier

Manon: Anna Netrebko, Le Chevalier des Grieux: Fernando Portari u.a.

"Netrebko gibt die Monroe" (Die Welt, 29.04.2007)

Auch in der Spielzeit 2006/2007 konnten unsere Mitglieder d e m Opernereignis dieser Saison beiwohnen: An der Berliner Staatsoper Unter den Linden wurde in einer Neuinszenierung "Manon" von Jules Massenet gegeben. In der Hauptrolle: Anna Netrebko.

 

Berliner Tagesspiegel, April 2007:

"Eine Geschichte, die Netrebko auf den Leib geschrieben ist: Ein 15-jähriges Mädchen aus der Provinz zieht durch seine Schönheit die Aufmerksamkeit der Männerwelt auf sich. Weil sie das nicht unangenehm findet, ihre Familie aber auf einen untadeligen Ruf bedacht ist, soll sie in einem Kloster untergebracht werden. Natürlich büxt sie aus und geht mit einem jungen Mann nach Paris, wo sie zum Liebling der High Society aufsteigt. Sie wird von Party zu Party weitergereicht, Shopping, Schmuck, Schuhe sind ihre Hobbys. Wer denkt da nicht an die märchenhafte Karriere der Anna N. aus dem südrussischen Krasnodar?

In der Opernversion, die der französische Komponist Jules Massenet 1884 aus dem "Manon Lescaut"-Roman seines Landsmanns Abbé Prévost destilliert hat, endet der Höhenflug der Protagonistin allerdings in der Gosse: Um ihre Luxusbedürfnisse befriedigen zu können, wird ihr Geliebter zum Spielhöllen-Zocker, bis die Polizei beide verhaftet. Die Härten der Haftstrafe überlebt das zarte Geschöpf nicht. (...)

Die Szene, in der Manon ihren Chevalier zum zweiten Mal verführt, just in dem Moment, wo er die Priesterweihe empfangen soll, ist das musikalische Herzstück der Oper. Regisseur Vincent Paterson (der in den USA unter anderem Videoclips von Madonna und Michael Jackson realisierte) geht in seinem Operndebüt eher harmlos zu Werke, wenn er das Liebesdrama als kunterbunte Fünfzigerjahre-Hollywood-Schmonzette erzählt. Aber er ist Profi genug, allen regiehandwerklichen Ehrgeiz auf diesen Zweikampf der Herzen zu konzentrieren. (...) Ovationen am Ende, 20 Minuten lang."

 

Süddeutsche Zeitung, 02.05.2007:

"...Für Anna Netrebko, die die Rolle gerade erst in Wien gesungen hat, scheint Manon, die junge Frau zwischen Leichtlebigkeit, Vergnügungssucht und großer Liebe mit tragischem Ausgang, wie geschaffen zu sein. Ihre Körpersprache kann mädchenhaft anmutig, übermütig oder nachdenklich sein, die Stimme besitzt Strahlkraft, bis zur puren Lautstärke in einer sicher sitzenden Höhe. (...) Im zweiten Bild des dritten Akts, wo Manon den im Priesterseminar darbenden Des Grieux durch ihre Liebe zurückgewinnt, zeigt Netrebko, dass ihr auch der Sehnsuchtston gelingen kann..."

 

Vervollständigt wurde das Opernerlebnis durch eine exklusive Führung durch die Lindenoper für unsere Gruppe, die einige Stunden vor der Vorstellung stattfand. Nebst einem interessanten Blick hinter die Kulissen konnte auch die Garderobe von Anna Netrebko besichtigt werden;-).