

Besuchte Vorstellung: Premiere der "Norma" von Bellini am 21. Januar 2006, Bayerische Staatsoper München, Inszenierung: Jürgen Rose, Musikalische Leitung: Friedrich Haider
Norma: Edita Gruberova, Pollione: Zoran Todorovich, Adalgisa: Sonia Ganassi u.a.
"Darin ist sich das Publikum einig: Edita ist die Beste, auch als Druidenpriesterin." (Süddeutsche Zeitung, 23.01.2006)
Im Januar 2006 interpretierte Edita Gruberova nach einer Reihe von konzertanten Aufführungen die Norma zum erstenmal szenisch. Mitglieder unseres Vereins konnten exklusiv dabei sein.
ddp (Januar 2006):
"Die Starsopranistin Edita Gruberova ist für ihre Interpretation von Vincenzo Bellinis "Norma" am Samstagabend im Münchner Nationaltheater frenetisch gefeiert worden. Die 59-jährige Primadonna, die als eine der führenden Koloratursopranistinnen gilt, führte die Rolle der Norma in Bellinis gleichnamiger Oper in München erstmals szenisch auf. Als die Gruberova nach der fast dreistündigen Vorführung vor den Vorhang trat, brach das Publikum im ausverkauften Nationaltheater in Minuten langen Jubel aus. (...)"
Frankfurter Rundschau (Januar 2006):
"(...) Am meisten faszinierte sie mit fein abgestuften Piano-Nuancen, mit der Beweglichkeit und Eloquenz der die atembetraubenden Registerwechsel souverän bemeisternden Vokaldiktion. Dabei fehlte es niemals an Wärme des Timbres, an beseelt-einfühlsamer dramatischer Passioniertheit, auch nicht an eindrucksvoll jäher Forte-Attacke. So erlebte man keine eisige Singmaschine, sondern eine Leidensgestalt, wie sie sich nur in der Oper und künstlerisch verklären kann. (...)"
Rüdiger Ehlert, Der Neue Merker (Februar 2006):
"(...) Nach konzertanten Aufführungen in Tokyo, an der Wiener Staatsoper und in Baden-Baden wagte sich die Königin des Belcanto nun auch szenisch an die Norma. Vergessen Sie "Lucia", vergessen Sie "Roberto Devereux" mit ihrer unglaublich eindrucksvollen Elisabeth, hier kommt Norma! Und selbst Edita GRUBEROVA merkte man die ungeheuere emotionale Anspannung der Rolle an: eine Mutter, die gerade im Begriff ist, ihre eigenen Kinder abzumetzeln...was geht da in einer solchen Künstlerin und Darstellerin (die ja auch selbst Mutter ist) wohl vor? Wem das Privileg zuteil geworden ist, eine der restlos ausverkauften Aufführungen in München sehen zu dürfen, der weiß, dass dies die Erfüllung aller Rollen der Gruberova ist. Auch in diesem Abend fragt man sich: Mit welchen Worten kann man eine Leistung wie diese, sowohl stimmlich als auch darstellerisch, überhaupt würdigen? Ich kann es nicht und so möchte ich in Demut Frau Gruberova selbst zu Wort kommen lassen: "Man sagt ja immer, diese eine Partie bestehe aus drei verschiedenen Stimmen. Dem muss man gerecht werden mit ganz hohen, schwebenden, leichten Koloraturen, mit einer Dramatik, die gerade in der Mittellage da sein muss, und auch mit einer zumindest für eine höheren Sopran ganz gewaltigen Tiefe." Die Dreieinigkeit des Soprans so war es! (...)
Der tosende Applaus bestätigte den Eindruck des restlos begeisterten Rezensenten: Die Münchner "Norma" ist wohl mit das Beste, was derzeit überhaupt auf einer Bühne angeboten wird - unbedingt ansehen und erleben!"

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